Privater Versicherungsschutz für Haftungsschäden

Nur wer Multimillionär ist, braucht sie nicht, eine Haftpflichtversicherung. Für alle anderen ist sie zwar eine freiwillige Versicherung (man muss sie also nicht abschließen), aber ohne sie kann das Leben eines Tages bitter werden. Und zwar dann, wenn man einem anderen Menschen einen Schaden zugeführt hat – und das passiert manchmal schneller als man denkt.

 

Ist eine private Haftpflichtversicherung denn wirklich notwendig?

Eine Privathaftpflichtversicherung ist unverzichtbar. Sie gehört zur Grundausstattung eines jeden Haushaltes. Da nach dem Gesetz jeder für Schäden haftet, die er anderen durch Leichtsinn, Unvorsichtigkeit oder Vergesslichkeit zufügt, sollte jeder über eine solche Police verfügen. Dann kann man auch mit manchen Schicksalsschlägen leben. Ein Beispiel: Wenn ein Gast einmal mit seiner Zigarette ein Loch in den Teppich des Gastgebers brennt, könnte der Schaden vom Verursacher wahrscheinlich noch finanziell behoben werden. Was aber, wenn ein Inline-Skater einen Fußgänger anfährt, der daraufhin so unglücklich fällt, dass er erwerbsunfähig wird? Das kann für den Freizeitsportler den finanziellen Ruin bedeuten. Schnell kann ein solcher Schaden die Millionenhöhe überschreiten. Aus diesem Grund gehört die Privathaftpflichtversicherung zu den wichtigsten Versicherungen.

Wer braucht eine solche Versicherung?

Jeder! Denn fügt man einem anderen einen Schaden zu, so muss der Schaden ersetzt werden. Selbst Kinder sind ab Vollendung des siebten Lebensjahres haftpflichtig zu machen, wenn sie vorher ermessen konnten, welche Auswirkung ihr Handeln nach sich zieht. Dabei ist es für den Anspruch des Geschädigten unerheblich, ob der Verursacher vorsätzlich, grob fahrlässig oder nur leicht fahrlässig gehandelt hat. Wer den Schnee vor seiner Haustür nicht wegräumt oder das Treppenhaus zu glatt bohnert, verstößt gegen Verkehrssicherungspflichten und haftet ebenso wie derjenige, der seine Aufsichtspflicht verletzt.

Kommt denn eine Haftpflichtversicherung für alles auf?

Nein. Schadensersatzansprüche, die durch vorsätzliche Handlungen hervorgerufen werden, fallen grundsätzlich nicht unter den Versicherungsschutz der Haftpflichtversicherung, da sich gegen Schadensersatzansprüche aufgrund absichtlicher Schädigung niemand versichern soll.

Wer ist alles versichert?

m Rahmen der Privathaftpflichtversicherung ist die ganze Familie versichert, das heißt, neben dem Versicherungsnehmer der Ehegatte, der Partner in der nichtehelichen Lebensgemeinschaft, minderjährige, unverheiratete Kinder (auch Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder) und die volljährigen, unverheirateten Kinder, solange sie sich noch in einer Schul- oder einer anschließenden Berufsausbildung befinden bzw. Grundwehr- oder Zivildienst leisten.

Was leistet die Haftpflichtversicherung, wenn mal was passiert ist?

Der Versicherer prüft, ob und in welcher Höhe Sie für einen Schaden haften müssen. Ist der Anspruch berechtigt, so zahlt der Versicherer den festgestellten Schadensbetrag bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme an den Geschädigten. Ist der Anspruch unberechtigt, so übernimmt der Versicherer die Abwehr dieses zu Unrecht erhobenen Anspruchs und vertritt sie notfalls sogar vor Gericht und zwar auf eigenes Risiko. Damit hat der Versicherer gewissermaßen auch die Funktion eines Rechtsschutzversicherers.

Wie hoch muss ich mich versichern?

Die Versicherung zahlt nicht unbegrenzt, sondern maximal bis zur vereinbarten Deckungssumme. Für weitergehende Ansprüche muss der Schädiger selbst aufkommen. Deshalb ist es notwendig, den Versicherungsvertrag mit einer ausreichend hohen Deckungssumme abzuschließen. Vereinbart werden sollte eine pauschale Deckungssummenkombination, die nicht unter € 3.000.000 für Personen- Sachschäden liegen sollte. Ältere, bereits bestehende Versicherungsverträge sollten überprüft werden und eventuell auf eine zeitgemäße Deckungssumme angepasst werden.

Was kostet das?

Eine Grundabsicherung gibt es schon ab ca. € 70,00 Jahresprämie.